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Luftbild

Drohnen für Luftaufnahmen

Bei Drohnen entscheidet nicht die Kamera zuerst, sondern das Gewicht. Es legt fest, welche Regeln gelten — und die Regeln legen fest, wo überhaupt geflogen werden darf.

Die 250-Gramm-Grenze

Die EU-Drohnenverordnung teilt Geräte in Klassen ein. Für Einsteiger zählt vor allem die Grenze bei 250 Gramm Startmasse. Darunter fällt eine Drohne in die Klasse C0, für die die geringsten Auflagen gelten. Deshalb liegen so viele Modelle bei 249 Gramm — das ist kein Zufall, sondern Konstruktion nach Vorschrift.

Oberhalb dieser Grenze beginnen die Klassen C1 bis C4 mit zusätzlichen Anforderungen. Der Sprung von einer Mini- auf eine größere Drohne ist damit nicht nur ein Preisunterschied, sondern ein Wechsel des Regelwerks.

Was auch unter 250 Gramm gilt

Ein verbreiteter Irrtum: unter 250 Gramm sei alles frei. Das stimmt nicht. Auch dort gelten in aller Regel

  • die Registrierung als Betreiber, sobald die Drohne eine Kamera hat — und Kameradrohnen haben eine;
  • eine Haftpflichtversicherung für das Fluggerät;
  • Flugverbotszonen: Flughäfen, Naturschutzgebiete, Menschenansammlungen, Justizvollzugsanstalten und militärische Anlagen;
  • die Pflicht, die Drohne in Sichtweite zu halten.

Diese Punkte hängen nicht am Gewicht, sondern am Betrieb. Maßgeblich ist immer die aktuelle Fassung der EU-Verordnung und die Auslegung der zuständigen nationalen Behörde — dieser Text ersetzt keine Rechtsauskunft.

Was technisch den Unterschied macht

Hinderniserkennung ist das Merkmal, das am häufigsten den Aufpreis rechtfertigt. Sensoren, die nur nach vorn schauen, helfen bei seitlichem Versatz nicht. Omnidirektionale Erkennung deckt alle Richtungen ab und ist der Hauptunterschied zwischen den Mini-Modellen.

Flugzeit wird pro Akku angegeben und unter günstigen Bedingungen gemessen. Wind und Kälte kosten spürbar. Wer ernsthaft filmt, rechnet mit mehreren Akkus — die Combo-Pakete sind deshalb meist wirtschaftlicher als der Einzelkauf.

Vertikalaufnahme klingt nach einem Detail, ist aber der Unterschied zwischen einem beschnittenen und einem vollformatigen Hochkant-Clip. Wer für Hochformat produziert, sollte darauf achten.

Zwei Brennweiten — Weitwinkel plus Tele — sind der Grund, über die Mini-Klasse hinauszugehen. Sie erlauben Bildwirkungen, die sich durch Heranfliegen nicht ersetzen lassen.

Womit man anfängt

Für den Einstieg ist eine Drohne unter 250 Gramm mit Hinderniserkennung der vernünftigste Ausgangspunkt: geringste Auflagen, ausreichende Bildqualität, und der Verlust bei einem Absturz hält sich in Grenzen. Der Schritt in die größere Klasse lohnt erst, wenn die zweite Brennweite oder die längere Flugzeit tatsächlich gebraucht wird.

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