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Optik

Objektive für Videoaufnahmen

Bei Video gelten andere Prioritäten als bei Foto. Ein Objektiv, das Einzelbilder hervorragend zeichnet, kann im Bewegtbild stören — und umgekehrt. Drei Eigenschaften entscheiden.

Lichtstärke bestimmt mehr als die Helligkeit

Bei Foto lässt sich fehlendes Licht über eine längere Belichtungszeit ausgleichen. Bei Video geht das nicht: die Belichtungszeit ist an die Bildrate gekoppelt. Wer mit 25 Bildern pro Sekunde und natürlicher Bewegungsunschärfe arbeitet, liegt bei etwa 1/50 Sekunde — und kann daran nichts ändern, ohne dass die Bewegung anders aussieht.

Damit bleiben nur zwei Stellschrauben: ISO und Blende. Ein lichtstarkes Objektiv hält den ISO-Wert niedrig und das Bild damit sauber. Genau deshalb wiegt eine Anfangsblende von F1.8 oder F2.8 bei Video schwerer als bei Foto.

Durchgehende Lichtstärke bei Zooms

Ein Kit-Zoom mit der Angabe F3.5-6.3 wird beim Zoomen dunkler. Im Foto ist das eine Unbequemlichkeit. Im Video ist es sichtbar: während einer Zoomfahrt ändert sich die Helligkeit mitten in der Aufnahme.

Zooms mit durchgehender Lichtstärke — etwa F2.8 über den gesamten Bereich — haben dieses Problem nicht. Sie sind größer, schwerer und teurer, und genau dafür zahlt man.

Fokusverhalten

Zwei Punkte, die man im Datenblatt suchen muss:

Focus breathing heißt, dass sich der Bildausschnitt beim Fokussieren leicht ändert. Bei Foto fällt das nie auf. Bei einer Fokusverlagerung im Video wirkt es wie ein kleiner ungewollter Zoom.

Autofokus-Geräusch landet im Ton, wenn das interne Mikrofon des Gehäuses mitläuft. Leise Fokusmotoren sind bei Video deshalb kein Komfortmerkmal, sondern eine Voraussetzung.

Womit man anfängt

Für APS-C decken drei Objektive nahezu alles ab:

  • Ein lichtstarkes Weitwinkel um 16 mm für Innenräume und Aufnahmen aus der Hand, bei denen die Kamera nah am Geschehen ist.
  • Eine Normalbrennweite um 35 mm. Der Bildwinkel liegt nah am menschlichen Sehfeld und wirkt dadurch unaufdringlich.
  • Ein Standardzoom mit durchgehender Blende, wenn nur ein Objektiv mitkommen soll.

Die Reihenfolge hängt davon ab, was tatsächlich gefilmt wird. Wer überwiegend in Innenräumen arbeitet, beginnt beim Weitwinkel; wer Menschen filmt, bei der Normalbrennweite.

Zu beachten ist das Bajonett: E-Mount, RF und X-Mount sind nicht untereinander kompatibel. Das Objektiv überlebt in der Regel mehrere Gehäuse — deshalb ist die Wahl des Systems die längerfristige Entscheidung, nicht die des Gehäuses.

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