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Technik

Bildstabilisierung verstehen

„Stabilisiert“ steht auf fast jedem Datenblatt und meint drei verschiedene Dinge. Sie schließen einander nicht aus, und sie lösen nicht dasselbe Problem.

Im Gehäuse: IBIS

Bei IBIS (in-body image stabilization) ist der Sensor beweglich gelagert und gleicht Bewegung aus. Der Vorteil: es funktioniert mit jedem angesetzten Objektiv, auch mit alten manuellen Optiken ohne eigene Elektronik.

Gegen Verkippen und Drehung um die optische Achse hilft nur diese Variante — ein Objektiv kann das bauartbedingt nicht ausgleichen.

Im Objektiv: OIS

Hier verschiebt eine bewegliche Linsengruppe das Bild. Herstellerkuerzel unterscheiden sich: OSS bei Sony, IS bei Canon, VR bei Nikon, VC bei Tamron, OIS bei Fujifilm und Panasonic.

Objektivseitige Stabilisierung arbeitet besonders im Telebereich wirksam, weil sie dort ansetzt, wo die Verwacklung am stärksten vergrößert wird. Viele Systeme kombinieren beides: Gehäuse und Objektiv teilen sich die Korrektur.

Deshalb fehlt der Fujifilm-Fassung des Tamron 17-70 mm das VC im Namen, das die Sony-Fassung trägt — die X-Mount-Gehäuse bringen die Stabilisierung selbst mit.

In der Software: digitale Stabilisierung

Die Kamera beschneidet das Bild und verschiebt den verbliebenen Ausschnitt gegen die Bewegung. Das kostet Bildwinkel: aus einem Weitwinkel wird ein Normalobjektiv, weil der Rand als Reserve verbraucht wird.

Bei starken Verwacklungen kann außerdem der Rolling-Shutter-Effekt sichtbar werden — gerade Linien wirken dann leicht gewellt. Digitale Stabilisierung ist die schwächste der drei Varianten und die einzige, die die Aufnahme nachträglich verschlechtert.

Was Stabilisierung nicht kann

Alle drei gleichen Zittern aus, keine gleicht Gehen aus. Der Auf-und-ab-Rhythmus von Schritten ist eine Bewegung, keine Erschütterung — und genau dort endet die Zuständigkeit der Stabilisierung und beginnt die des Gimbals.

Ebenso wenig ersetzt Stabilisierung ein Stativ. Bei langen Belichtungszeiten bewegt sich das Motiv weiter, auch wenn die Kamera ruhig liegt. Viele Systeme empfehlen sogar, die Stabilisierung auf dem Stativ abzuschalten: sie sucht sonst nach Bewegung, die es nicht gibt, und erzeugt sie dabei selbst.

Was das beim Kauf heißt

Für Foto aus der Hand bei wenig Licht ist Stabilisierung im Gehäuse das nützlichste Einzelmerkmal — sie wirkt mit der gesamten Objektivsammlung.

Für Video, das überwiegend aus der Bewegung entsteht, ist sie eine Grundausstattung, kein Ersatz für eine mechanische Lösung. Wer ganze Strecken laufend filmt, braucht einen Gimbal, gleich wie gut das Gehäuse stabilisiert.

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